| Kurzberichte zum Weltklimaaktionstag |
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| Geschrieben von: Redaktion |
| Sonntag, den 10. Januar 2010 um 12:01 Uhr |
Günter Bittel aus Duisburg(Delegation des umweltpolitischen Ratschlages in Kopenhagen) "Wir sind wieder heil zurück und es waren hochinteressante und spannende, ja teilweise auch dramatische Tage. Wir, also Georg Fröhlich vom Umweltratschlag und ich, haben sehr viel gelernt und ganz viele wichtige Kontakte für den Umweltratschlag geknüpft. Das Desaster der herrschenden Regierungen dieser Welt und das völlige Scheitern der Uno-Konferenz ist das Eine. Das Wichtige ist, dass eine reale internationale, bunte, schöpferische und kampfbereite Umweltbewegung geboren ist. Wir haben uns geschworen, dass wir für das kommende Jahr bis Mexiko international koordiniert vorgehen und uns gegenseitig weiter unterstützen und vernetzen. Es waren so viele tolle Leute da - vom Amazonas bis nach Grönland, vom Ural bis Kanada, von Japan bis Malediven, es war überwältigend! 15.000 Leute aus 120 Ländern haben am Klimaforum 2009 teilgenommen. Und wir wissen jetzt, dass Umweltbewegung auch heisst, intensiv für demokratische Rechte und gegen den Lissabon-Vertrag zu kämpfen, die Lehrstunden des Polizeiknüppels gegen friedliche Demonstranten waren ebenfalls sehr einprägsam und unvergesslich. Mit den 17 Umweltschützern, die noch im Gefängnis festgehalten werden, muss die Solidarität organisiert werden." Dieter Grünwald aus Gelsenkirchen(Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz) Zum Weltklimatag gab es in Gelsenkirchen eine gute Aktion, die Aufmerksamkeit auslöste. Mit Informationsständen und an einem öffentlichen Mikrofon beteiligten sich neben unserer Bürgerbewegung auch das Kommunale Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen, die MLPD und der Frauenverband Courage, sowie Jugendliche vom REBELL. In ihren Beiträgen zeigten die Redner das Scheitern der Weltklimakonferenz in Kopenhagen und die katastrophalen Folgen der Erderwärmung, selbst bei einer von der Bundesregierung angestrebten Erwärmung von 2 Grad. Aber in Kopenhagen zeigte sich auch ein zweites Gesicht mit Zuversicht und Widerstand, was leider in den Medien weitgehend verschwiegen wird: fast 200.000 Menschen aus der ganzen Welt reisten zur Protestdemonstration an, Tausende nahmen am alternativen „Klimaforum 09“ teil. Wir kritisierten entschieden das brutale Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten in Kopenhagen. Dieter Grünwald von der Bürgerbewegung erklärte, dass alle Möglichkeiten vorhanden sind, vollständig auf erneuerbare Energie umzustellen und eine totale Kreislaufwirtschaft zu verwirklichen. Für die Rettung des Weltklimas braucht die Menschheit wirksame verpflichtende Sofortmaßnahmen mit einer Verringerung der klimaschädlichen Abgase um 80-90% bis zum Jahr 2030. Belanglose politische Luftblasen kann man sich schenken. In den Diskussionen mit den Passanten stand häufig im Mittelpunkt, was denn der Einzelne machen kann. „Ich spare schon an Energie, wir trennen den Müll, was sollen wir denn noch alles machen“. Ganz in diesem Sinne wird täglich verbreitet, dass der Klimaschutz im eigenen Haushalt anfängt. Sicherlich ist das nicht schlecht. Aber nur wenn wir die Großindustrie als Hauptverursacher angreifen und die Regierungen, die den Konzernen Verschmutzungsrechte ermöglichen, kann ein wirksamer Beitrag zum Schutz der Umwelt und des Klimas geleistet werden. Dazu muss die breite Bevölkerung selbst aktiv werden, Druck ausüben und sich organisieren. Weltweit braucht die Umweltbewegung eine höhere Koordinierung und Verbindung zur Arbeiterbewegung. „Rettet die Umwelt vor der Profitgier“,auch darüber wurde am offenen Mikrofon debattiert, denn der Kapitalismus zeigt sich unfähig, die drängenden Probleme der Menschheit zu lösen. Nur ein minimaler Bruchteil der in der Weltwirtschaftskrise vergeudeten Billionen würde ausreichen, um die Sofortmaßnahmen im Klimaschutz zu finanzieren. Stattdessen pokern die Regierungsvertreter der großen Umwelt zerstörenden Länder brutal mit der Existenz der Menschheit. In unserer Auswertung der Aktion hielten wir fest: nächstes Jahr werden wir viel früher mit der Einladung beginnen und wollen künftig auch vielseitiger, mit kulturellen Darbietungen auftreten. Es ist der Witz des Tages, dass wir 20 Euro für das Mikrofon bezahlen müssen, ausgerechnet gemäß dem Landes-Immissionsschutzgesetz zum Schutz vor Luftverunreinigung und Geräuschen. Darüber werden wir in einem Leserbrief an die örtliche Presse informieren. Die Aktion hat Spaß gemacht, aber nach 2 Stunden Einsatz hatte uns die Kälte doch ziemlich im Griff. |




