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| Presseerklärung der GAIA |
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| Geschrieben von: Ingo Gödeke |
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21. April, Karlsruhe, Manila. Am Vorabend des Internationalen Tages der Erde hat eine globale Umweltgesundheits-Koalition einen Report veröffentlicht, der einen nachhaltigen Ausweg aus den wachsenden Abfallproblemen in sich entwickelnden Ländern in Aussicht stellt. Der Report "Ressourcen gehen in Flammen auf: Die ökonomischen Fallstricke der Müllverbrennung einem Müllvermeidungsansatz im globalen Süden gegenübergestellt" wurde von der Weltweiten Allianz für Verbrennungsalternativen (GAIA) herausgegeben, die Politiker auffordert, die Millionen von Dollars, die für Müllverbrennungsanlagen verplant werden, für Müllvermeidung und -reduzierung und restabfallfreie Abfallwirtschaftssysteme einzusetzen. Ann Leonhard, GAIA Co-Koordinatorin, sagt: "Verbrennung befördert den Einbahnstraßen-Weg auf einem endlichen Planeten. Dies macht das Anliegen von Ressourcenschonung und Müllmengenreduzierung nicht gerade leichter, sondern erschwert es. Politiker und Bürger sind darauf angewiesen, in der Verbesserung nachhaltiger, gemeinschaftlich erarbeiteter Lösungen ohne Verbrennung zusammenzuarbeiten." Unter Bezug auf "Ressourcen gehen in Flammen auf", erarbeitet vom Institut für lokale Selbstverantwortung (ILSR) in Washington, D.C. für die GAIA, sind Restmüllverbrennungsanlagen - unabhängig davon, wo sie gebaut wurden - für zahlreiche Umstände verantwortlich. Zusätzlich zur Umweltbelastung und Gefährdung der öffentlichen Gesundheit
Brenda Platt, Co-Direktor von ILSR und Hauptautor des Reports, fragt: "Warum in eine Technologie, die über eine Laufzeit von 30 Jahren große Mengen potenziell toxischer Asche hinterläßt, Millionen von Dollars verschwenden, wenn mit demselben Geld mit bereits verfügbaren, preiswerteren und sichereren Optionen mehr Arbeitsplätze und auch neue Wirtschaftszweige geschaffen werden können, verbunden mit Vorteilen für das Allgemeinwohl?" Der Report zeigt auf, daß bereits das Trennen von Wiederverwertbarem allein in den U.S.A., bezogen auf die Mengenbasis, eine 11-fache Anzahl von Arbeitsplätzen dauerhaft sichern kann, verglichen mit Müllverbrennung. Ingo Gödeke, Mitglied der GAIA in Deutschland, merkt an: "Die gescheiterte THERMOSELECT Müllvergasungsverbrennungsanlage in Karlsruhe ist ein Paradebeispiel für Geldvernichtung durch Müllverbrennungstechnologie: Mit 451 Millionen EUR wird der Geldbetrag beziffert, der in der Anlage in Karlsruhe verschwendet wurde. Allein im ersten Halbjahr 2003 wurden für die Anlagen in Karlsruhe und Ansbach 283 Millionen EUR bei der ENBW AG außerplanmäßig abgeschrieben. Der von Pleiten, Pech und Pannen begleitete Niedergang des "Müllwunders" zieht sich bereits mehr als fünf Jahre hin. Nie konnten die Werbeversprechen des "Erfinders" Günther Kiss, dessen Patente in der Steueroase Liechtenstein über die Briefkastenfirma THERMOSELECT AG, zum Teil anonym, angemeldet wurden, auch nur annähernd eingehalten werden: weder wurde Strom und Fernwärme abgegeben noch konnte die Anlage auch nur annähernd den vertraglich festgelegten Durchsatz erreichen. Anstatt abwasserfrei Müll zu entsorgen, wurden 1.000.000 Tonnen Abwasser jährlich beantragt, das sind mehr als 4 Tonnen Abwasser pro Tonne Müll. In der Rauchgasreinigung wird Sondermüll in der Größenordnung von mehreren Tausend Tonnen jährlich als Sekundärabfall erzeugt. Besondere Blüten treibt in Deutschland die Verbrennung von Bahnschwellen und anderen besonders überwachungsbedürftigen Abfällen durch eine bis Ende Juni 2004 durch das "grüne" Umweltministerium über das Erneuerbare-Energien-Gesetz subventionierte Gesetzeslücke. So genannte "Biomasseheizkraftwerke" verbrennen mit völlig unzulänglicher Verbrennungs- und Rauchgasreinigungstechnik schadstoffbelastete Althölzer, staatlich subventioniert. Viele solcher Anlagen befinden sich im Genehmigungsverfahren, etliche sind bereits genehmigt, einige aber auch an massivem öffentlichen Widerstand gescheitert. Es ist enttäuschend, das ausgerechnet ein mit einem "grünen" Minister besetztes Umweltministerium diese Sondermüllverbrennung mit Millionenbeträgen subventioniert und ermöglicht. Die Alternativmethode Kryotechnologie in Verbindung mit mechanisch-biologischer Abfallbehandlung erfährt eine solche staatliche Förderung bedauerlicherweise nicht, obwohl sie als umweltschonendes Verfahren durchaus vielversprechend ist. Am 20. März 2004 fand im Ratssaal in Gelsenkirchen eine bundesweite Aktions- und Arbeitskonferenz zum Kryo-Recycling statt, initiiert von der Bürgerbewegung Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft e.V., die auch ein durchaus positives Medienecho erhielt. Das von Prof. Dr. Harry Rosin, der auch Erfinder des FCKW-freien Kühlschrankes ist, entwickelte Tiefstkälteverfahren ermöglicht insbesondere eine Trennung von Kunsstoffen und Elektronikschrott in sortenreine Einzelfraktionen. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch ist die Methode, wie Prof. Dr. Otmar Wassermann, führender Toxikologe aus Kiel, feststellt, zukunftsweisend. Prof. Dr. Buchner von der TU München wies anläßlich der Konferenz auf den signifikanten Anstieg der Zahl missgebildeter und gengeschädigter Kinder im Umfeld von Müllverbrennungsanlagen hin. Bislang hat aber gerade die Müllverbrennungslobby die Einführung der Kryo-Recycling-Technologie mit allen Mitteln verhindert. In einer bundesweiten Aktion vom 26. April bis 1. Mai sollen Investoren für ein Pilotprojekt gesucht werden." Indem der Report in ein Konzept und die Notwendigkeit von Müllvermeidungsplanung einführt und die weltweite Müllvermeidungsbewegung und zahlreiche Beispiele von Gemeinschaften, die solch eine Herangehensweise in Angriff nehmen, hervorhebt, weist er mit Nachdruck darauf hin, daß Alternativen ohne Verbrennung heutzutage für Kommunen und Gemeinschaften erreichbar sind und sich in direkter ökonomischer Dividende geldwert auszahlt. Im globalen Süden, wo organisches Material - Gartenabfälle und Lebensmittelabfälle - den größten Anteil des Abfallmengenstromes ausmachen, werden geeignete Kompostierungsprogramme die einfachste, schnellste, und nicht zuletzt kostengünstigste Methode sein, Abfälle zur Deponierung zu vermeiden. Ressourcen gehen in Flammen auf: Die ökonomischen Fallstricke der Müllverbrennung einer Müllvermeidungsstrategie im globalen Süden gegenübergestellt ist ein 75-seitiger Report, unterstützt mit über 100 Randnotizen. Die erste Hälfte des Reports ist den ökonomischen Problemen, die Müllverbrennung offenbart, gewidmet und schließt einen Abschnitt für die Bewertung einer geplanten Verbrennungsanlage ein. Die zweite Hälfte beleuchtet die bereits verfügbaren Alternativen ohne Verbrennung und schließt mit einem 10-Stufenplan für den Beginn eines Weges zur Müllvermeidung auf lokaler Ebene ab. Der Report ist als PDF-Datei auf der GAIA Website zugänglich, unter http://www.no-burn.org. Er wird in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Ressourcen gehen in Flammen auf ist der dritte von der GAIA veröffentlichte Report seit der Gründung im Dezember 2000. GAIA gab im Jahre 2002 "Die Weltbank Gruppe und Müllverbrennung: Finanzierung schmutziger Technologien" und im Jahr 2003 "Müllverbrennung: Eine sterbende Technologie" heraus. GAIA ist eine internationale Allianz von im Gemeinwesen verankerten Organisationen, Forschungs- und Politikberatungsinstitutionen, Bürgerinteressengruppen und anderen nichtkommerziellen Organisationen und Einzelpersonen, die an der Beendigung der Verbrennung aller Arten von Abfällen arbeiten und saubere Produktion, Müllvermeidung und nachhaltige Abfallwirtschaftssysteme befürworten. Sie hat ihre Büros in Quezon City auf den Philippinen und in Berkeley, Kalifornien. Mehr Informationen über die GAIA können beim Besuch der Homepage unter www.no-burn.org abgerufen werden. Pressekontakt: |





