Interview mit Horst Brücker PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 15. Juni 2004 um 18:32 Uhr

Lieber Horst Brücker,
du bist ein Mann der ersten Stunde beim Aufbau der Kryo-Recycling-Bewegung. Welches Ziel hast du dabei im Auge?

Es ist mein Ziel, neue Arbeitsplätze zu finden in einer gebeutelten Region - dem Ruhrgebiet -  und hier besonders in Gelsenkirchen mit 20 % Arbeitslosen.

Wie bist du dabei auf die Kryo-Geschichte gestoßen?

Bei einem Vortrag in Moers, den Prof.Wassermann gehalten hat. Er machte uns darauf aufmerksam, dass es kein besseres umweltschonenderes Recycling gibt als das Kryo-Verfahren von Prof. Rosin. Wenn jemand etwas Besseres weiß, so meine ich, möchte er sich melden.

Warum ist die Frage der Arbeitsplätze deiner Meinung nach heute so wichtig?

Bei 4,8 Millionen Arbeitslosen muss es doch nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Wirtschaft mit ihren Managern, für die Banken und die Politik von höchstem Interesse sein, den immensen volkswirtschaftlichen Schaden so gering zu halten wie nur möglich. Unsere Mütter haben uns alle gleich geboren und wir haben alle das Anrecht auf ein lebenswertes Leben. Allerdings erleben wir heute, dass hier immer mehr Arbeitsplätze abgebaut werden, statt neue zu schaffen. Schämen sollen sich die, die aus Profitgier und „bayrischer" Profilsucht keinen Gott und keinen Pott mehr kennen.

Welche neuen Möglichkeiten siehst du unter anderem, um neue Arbeitsplätze zu finanzieren?

Da ist der „Kohlekompromiss", der im gesamten Ruhrgebiet verheerende Auswirkungen in Bezug auf die Arbeitslosigkeit hatte und noch hat. Die EU-Kommission fordert in diesem Vertrag "alle erforderlichen Maßnahmen allgemeiner oder besonderer Natur zu treffen, um die aus den genannten Entscheidungen erwachsenden Verpflichtungen zu erfüllen". Bei Schließung der Schachtanlagen sollen nach diesem Plan ... die sozialen und regionalen Folgen der Umstrukturierung so weit wie möglich abgefedert werden.

Am Vertragsende liest man, dass "gemäß Artikel 86 der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl Deutschland sich verpflichtet, die allgemeinen oder besonderen Maßnahmen zu ergreifen, die zur Erfüllung der ihnen aus der vorliegenden Entscheidung erwachsenden Verpflichtung erforderlich sind".

Seit 1997 fließen Gelder in Höhe von 26 Milliarden Euro zur Freude Weniger in den Wirtschaftskreislauf etlicher Damen und Herren. Die machen sich nicht im geringsten Gedanken darüber, dass auch viele Millionen Euro daraus für die Schaffung neuer, unbedingt zukunftsfähiger Arbeitsplätze bereit zu stellen sind.

Wo sind die Milliarden geblieben?

Die Ruhrkohle hat in dieser Zeit ihre Förderung kontinuierlich erhöht, obwohl das gemäß Vertrag nicht sein durfte. Sie bedient sich zu ihrem höchsten Profit an den Steuergeldern aus der Kohlesubvention, um ihre Konten zu füllen. Für den Bergmann ist bei der Schließung der Schachtanlage für seine persönliche und familiäre Weiterentwicklung kein Geld mehr da. Wir bestehen aber auf unserem Recht. Wir wollen das von RAG unrechtmässig angeeignete Geld zurück haben, um damit das Kryo-Recycling-Verfahren zu finanzieren.

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