| Trauerrede für Horst Brücker am 18.11.2004 |
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| Geschrieben von: Klaus Wallenstein |
| Donnerstag, den 18. November 2004 um 18:38 Uhr |
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Liebe Frau Brücker! Wir nehmen Abschied von unserem Freund Horst Brücker und wollen gemeinsam die tiefe Trauer über diesen unersetzlichen Verlust überwinden, wohl wissend, dass erst die Zeit helfen kann, den Schmerz zu heilen. Ich erinnere mich noch gut an unsere erste Begegnung. Wir hatten damals im Bahnhof in Neukirchen ein Treffen unserer „Initiative Kumpel für AUF", die sich für den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Interesse der Bergarbeiter und ihrer Familien engagiert. Ein Vertreter unserer Initiative nahm an der parallel dazu stattfindenden Bürgerversammlung teil, wo Horst auf ihn aufmerksam wurde. Wie es seine Art war, fackelte Horst nicht lange, sondern sagte „Da gehe ich sofort mit" und spazierte schnurstracks in unsere Versammlung. Er nahm am unteren Tischende Platz, mit den Worten: „Ich bin der Brücker. Mein Alter verrate ich nicht. Aber es muß sofort etwas passieren hier. Was habt ihr vor?" Es war wie in der Sendung „Gesucht-Gefunden". Horst hatte nach langem Suchen Gleichgesinnte in seinem unermüdlichen Kampf für die Bergarbeiter und die Zukunft der Jugend gefunden und wir einen, im Sport würde man sagen, Ausnahmeathleten. „Ich bin der Brücker", das war keine Anmaßung, sondern eine Feststellung, denn welcher Alteingesessene Neukirchen-Vluyner kennt ihn nicht. Horst war kein bequemer Zeitgenosse, aber nur wer aneckt, kann etwas anstoßen und verändern. Und darauf kam es ihm an. Horst duldete keine indifferente Haltung. Entweder man war für ihn oder gegen ihn. Er zwang jeden Position zu beziehen und beurteilte die Menschen nach ihren Taten statt nach ihren Worten. Ganz egal ob Professor, Pfarrer, Bischof, Landes- oder Bundesregierung: Jeden nahm er in die Pflicht mit der Frage: Was tut ihr für die unter Tage hart arbeitenden Kumpel? Er machte es auch uns nicht leicht, weil er uns immer alles abverlangte, aber das machte uns stark. Auch er hatte oft hart an uns zu kauen, wenn er sich einer Mehrheitsentscheidung unterordnen sollte, die ihm nicht passte. Es gab auch Streit, aber nie Verletzungen und wir wurden trotz bestehender unterschiedlicher Ansichten eine enge Gemeinschaft. Wer mit ihm zu tun hatte, merkte schnell welch liebevoller Mensch hinter der rauhen Schale steckte. Dabei war sein ein und alles die Jugend. Er war rastlos, was für seine Mitmenschen auch ganz schön nervig werden konnte, aber er kannte keine Ruhe, weil er feste Ziele hatte. Und die Zeit drängte, weil er wusste, dass im ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens der Menschen seine Lebensuhr abzulaufen begann. Horst hat den Wettlauf gewonnen: Zusammen mit seinem Nachbarn Helmut hat er das Projekt „Innovative und Zukunftsfähige Arbeitsplätze" gegründet. Er gewann die für ihre Zukunftstechnologien weltberühmten Professoren Dietrich Stein in Bochum und Harry Rosin in Düsseldorf dafür, ihre Wissenschaft in den Dienst der Arbeiterinteressen zu stellen. Er gab den Anstoß für die Gründung der bundesweiten „Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft", im Juni 2003, deren Ehrenvorsitzender er im März 2004 wurde. „Kumpel für AUF" wuchs zu einer Bewegung in allen Bergbauregionen. Und auch das Ziel „Frischen Wind ins Rathaus" zu bringen, erreichte er noch kurz vor seinem Tod,als unser Wahlbündnis NV AUF geht's, das er als Direktkandidat in der Rathaussiedlung vertrat, und wo er es sich trotz rapide nachlassender Kräfte, nicht nehmen ließ, die Wahlzeitung persönlich auszutragen,am 26. September in Fraktionsstärke in den Rat einzog. Als ich ihm am Wahlabend telefonisch das Ergebnis mitteilte, sagte er nur: „Es ist Alles gut!" Liebe Frau Brücker, liebe Angehörige! Es ist Alles gut! Denn was kann Schöneres über einen Menschen sagen als: Er hat sein Leben lang gekämpft und er hat unauslöschliche und bleibende Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. In dieser Gewissheit ist Horst nach einem erfüllten Leben ruhig eingeschlafen. Wir können ihn nicht ersetzen,aber wir können von seinem Vorbild lernen, sein Werk fortsetzen und dabei unsere Trauer in Stärke verwandeln. Horst wir danken dir! |
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