Kreislaufwirtschaft
| Behandlung von Klärschlamm |
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| Geschrieben von: Prof. Dr. med. Harry Rosin und Dr. med. Günther Bittel |
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Antwort auf die Anfrage von Frau Kasprik, Stadträtin des überparteilichen Personenwahlbündnisses ZUG Albstadt, zur Klärschlammverbrennung 1. In Deutschland fallen bei der Abwasserreinigung jährlich etwa 60 Mio. m^3 Klärschlamm (KS) an. Neben der traditionellen Belastung des KS durch Schwermetalle (Pb, Cd, Cr, Cu, Ni, Hg und Zn), vor allem durch Einträge industrieller Indirekteinleiter, kommt heute die sehr problematische Anreicherung persistenter organischer Verbindungen (halogenierter Kohlenwasserstoffe) aus Industrie-/Gewerbeprodukten hinzu. Schwermetalle sind durch keins der üblichen Verfahren abbaubar oder zerstörbar. Daher regelt die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) seit 1982 die Kontrolle der Schwermetalle im KS und legt die Grenzen für die landwirtschaftliche Nutzung des KS fest. 2. Wenn überhaupt an die Verbrennung von derart belastetem KS gedacht wird, müsste sie in Sondermüllverbrennungsanlagen (SVA) erfolgen. Dafür sind jedoch die anfallenden Mengen zu groß und die Kosten zu hoch. 3. Das Problem beginnt bereits vor dem Abwasserrohr durch die unkontrollierte Einleitung von Schwermetallen und halogenierten Kohlenwasserstoff-Verbindungen vorwiegend durch industrielle Einleiter. 4. Gegen die KS-Verbrennung sprechen:
5. Alternativen ergeben sich grundsätzlich über die "Klärschlammvergärung", also in Reaktoren unter anaeroben Bedingungen. Dieser Weg wird in der Mehrzahl der vielerorts betriebenen Bio-Mechanischen Anlagen (BMA) in Deutschland realisiert, z.B. auch im IMK-Verfahren. Herr Prof. Dr. H. Rosin, der Initiator des Kryo-Kunststoff-Recyclings, bemängelt jedoch, dass alle bisherigen BMA-Verfahren weiterer Verfahrensverbesserungen bedürfen. Er schlägt u.a. für die "Klärschlammvergärung" den UASB-Reaktor (Upflow-Reaktor) der Fa. Linde vor, dessen Einsatz jedoch um 2 Faktoren ergänzt werden müsste:
6. Leider stehen die Zeichen in unserem Lande und international auf "Generelle Abfallverbrennung", obwohl das der unsinnigste, teuerste und langfristig umwelt- sowie gesundheitsschädlichste Weg ist. Nur die von uns vorgeschlagenen Niedertemperaturverfahren mit einer Kombination von Kryo-Kunststoff-Recycling plus verbesserter BMA bieten ökonomisch und ökologisch die besten Zukunftsbedingungen. Nötig wäre eine klare industriepolitische Entscheidung gegen die Müllverbrennung und für die Niedertemperaturverfahren, damit wir volkswirtschaftlich aller ökonomischen, ökologischen und medizinischen Vorteile teilhaftig werden. 7. Es liegen tatsächlich viele kluge Vorarbeiten für eine generelle Abfall-Kreislaufwirtschaft vor, die z.T. auch viele öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen haben, z.B. das BTA-Verfahren, das Vertech-Verfahren der früheren Mannesmann-Anlagenbau AG, das METEX-Verfahren der Fa. Linde, das IMK- Verfahren usw. Nach einer industriepolitischen Grundsatzentscheidung gegen die Verbrennungs-Lobby müssten diese Vorarbeiten kurz gesichtet, bewertet und wie oben erwähnt ergänzt werden, dann könnte Deutschland wortwörtlich "aufatmen" und eine technologische Vorreiterrolle übernehmen." |




