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| Das Bali-Desaster und notwendige Schlussfolgerungen |
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| Geschrieben von: Monika Gärtner-Engel |
| Samstag, den 29. Dezember 2007 um 18:02 Uhr |
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12 Verhandlungstage brauchten 10.000 Diplomaten, Minister, Lobbyisten und Regierungschefs, um ein dürftiges Papier, Roadmap genannt, zustande zu bringen, welches eigentlich nur einen Zeitplan für weitere Verhandlungen beinhaltet und das Ziel, 2009 auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen eine Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen zu finden. Einige im Bericht des Weltklimarates definierten Klimaschutzziele wurden wenigstens schamhaft als Fußnote zitiert. Allein um diese Auseinandersetzung, ob man Ziele ganz streicht, oder ob sie in den Haupttext des Abschlusspapiers oder nur als Fußnote aufgenommen werden, gab es eine hektische Nachtsitzung über das eigentliche Konferenzende hinaus mit spektakulären Nervenzusammenbrüchen einiger Chef-Unterhändler. Ohne dieses Abschlusspapier wäre die Balikonferenz ein für jedermann erkennbares Zeichen vollständigen Scheiterns gewesen! Auch mit diesem Papier demonstriert sie die jämmerliche Unfähigkeit und den Unwillen der Regierungen zu tatsächlich wirkungsvollen Schritten zur Eindämmung der drohenden Klimakatastrophe. Dies zu einem Zeitpunkt, an dem sich die dramatische Entwicklung des begonnenen Übergangs in die globale Klimakatastrophe nicht länger leugnen lässt. Anfangs noch als "dramatische Einigung" verkauft, wurde in den Medienberichten zum Wochenanfang Bali bereits nur noch als "halber Erfolg" oder mit "enttäuschend" bewertet - faktisch ist das "Ergebnis" ein Skandal und eine Provokation der Weltbevölkerung. Aufgrund sich häufender regionaler Umweltkatastrophen, der fortschreitenden Polareis- und Gletscher-Zerstörung sowie der Vernichtung des Regenwaldes verlieren die Menschen weltweit zurecht ihre Geduld mit den Regierenden vor allem der großen Industriestaaten. Ausgerechnet die US-Delegation fühlte sich berufen, den Entwicklungsländern Vorschriften über deren Klimaschutzbeitrag machen zu wollen, während die Bush-Regierung auch nur die geringste Maßnahme zur verbindlichen Reduzierung der Klimagifte boykottiert! Auch die Politik der EU und der Bundesregierung, eine CO2 Reduzierung vorwiegend über Verbrauchersteuern, Emissionshandel und hochgefährliche Maßnahmen wie unterirdische CO2-Lagerung, neue Kohle- und Atomkraftwerke zu erreichen, zeigen jedoch deutlich: Auch hier wird die Rettung vor der globalen Umweltkatastrophe auf dem Altar industrieller Profitinteressen geopfert und ein doppeltes Spiel betrieben! Eindeutig nachgewiesen ist dagegen: die CO2-Emissionen müssen um 70-80% innerhalb von 20 Jahren weltweit zurückgefahren werden, sonst treten die CO2-Werte in der Atmosphäre in die "kritische Zone" von 450ppm ein, in der die Kompensationsmechanismen zusammenbrechen und die Klimakatastrophe irreversibel wird! So steht vor der internationalen Umweltbewegung die große Aufgabe und Herausforderung, der gescheiterten Umweltpolitik der Regierungen der Industriestaaten eine weltweite Bewegung zur Durchsetzung von regenerativen Energien und Kreislaufwirtschaft entgegenzusetzen. Die Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft will ihren Beitrag zu einer entsprechenden Vernetzung und organisatorischen Koordinierung einer neuen Umweltbewegung leisten und bittet um regen Erfahrungsaustausch und Kontaktaufnahme! |





