Für einen Aufbruch zu einer neuen, international verbundenen Umweltbewegung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Monika Gärtner-Engel   
Samstag, den 10. Mai 2008 um 18:08 Uhr

Strategiediskussion bei der Pfingstumwelttagung in Schwerte/Ruhrgebiet:

Müllverbrennung ist chronische Volksvergiftung - Alternativen sind da - Aufbruch zu einer neuen, international verbundenen Umweltbewegung

Mit einem Gedenken an die 150.000 Opfer und die Millionen Betroffenen durch den Wirbelsturm 'Nargis' begann am Pfingstsamstag die Umwelttagung, zu der die "Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft e.V." in Zusammenarbeit mit anderen umweltpolitisch aktiven Initiativen, Parteien und Einzelpersonen aufgerufen hatte. Birma - so waren sich die 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und Italien einig - ist ein aktuelles aufrüttelndes Schlaglicht auf die Entwicklung einer drohenden globalen Umweltkatastrophe, die durch weltweiten aktiven und solidarischen Widerstand verhindert werden muss.

Am Vormittag stand die vertiefte Aufklärung über die vielfach verschwiegenen oder gar vertuschten toxikologischen Gefahren der Müllverbrennung im Mittelpunkt. Entschieden wandte sich die Tagung gegen 'Greenwashing' und Ökoschwindel der etablierten Politik. In einem umfassenden Vortrag von Professor Harry Rosin (Erfinder des FCKW-freien Kühlschranks) wurden detailliert und auf neuestem Stand alle bis heute bekannten Erkenntnisse u.a. über die chemischen Reaktionen bei der Müllverbrennung und deren Gefahren dargelegt. Die ebenfalls längst nachgewiesenen Alternativen einer vollständigen Kreislaufwirtschaft durch Kryo-Recycling (für Kunststoffe) in Verbindung mit der bio-mechanischen Aufbereitung von biologischen Abfällen und Verunreinigungen werden dagegen seit Jahren aus durchsichtigen Motiven ignoriert.

Eine besondere Brisanz und zugleich ermutigenden Impuls der internationalen Zusammenarbeit erhielt die Tagung durch Luca Fioretti, einem Protagonisten im Kampf gegen mafiöse Müllpolitik in Neapel. Nicht nur, dass Hunderte Tonnen Müll aus Italien in deutschen Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden - neu war, dass die hochgiftigen Verbrennungsrückstände aus Deutschland offenbar auch wieder nach Neapel zurück verfrachtet und dort zur tödlichen Gefahr für die Menschen werden. Die Region um Neapel gilt aufgrund der dramatischen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung bereits als 'Todesdreieck'.

Am Nachmittag berieten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen unter kompetenter Leitung von Umweltinitiativen u.a. zu Erfahrungen und Fragen der Vernetzung des aktiven Widerstands gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke und die Müllverbrennung, Vergiftung durch gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen, den Aufbau regionaler Umweltbündnisse, Jugendprojekte im Umweltschutz, usw.

Das Fazit der gemeinsamen Abschlussdiskussion: "Jeder, der heute umweltpolitisch tätig wird, hat eine weltumspannende Verantwortung übernommen." Deshalb ruft die Tagung auch dazu auf, zum internationalen Weltklima-Aktionstag am 8. Dezember örtliche Umweltbündnisse aufzubauen und örtliche Aktivitäten zu entwickeln. Ab sofort wird ein umweltpolitischer Ratschlag mit Messe 2009 vorbereitet, bei der es um eine breite und offene Darstellung und Diskussion über neue Technologien, sowie neue Wege und Organisationsformen einer international vernetzten Umweltbewegung gehen wird!

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