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Menschkette und Großkundgebung in Stuttgart: "Atomausstieg selbst in die Hand nehmen! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 29. März 2011 um 20:42 Uhr

An der Menschenkette in Stuttgart hat die Regionalgrupp Stuttgart/Böblingen/Sindelfingen von der Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V. aktiv teilgenommen und bei der anschließenden Kundgebung auf dem Schlossplatz in Stuttgart einen Infostand gemacht. Die Regionalgruppe Süd schrieb ebenfalls einen Bericht über die Geschehnisse vor Ort.

In dem Bericht heißt es:

Der Schock durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat s60.000 Menschen mobilisiert, hier ihre Wut auf eine Atompolitik zu demonstrieren, die solche Katastrophen in Kauf nimmt und sogar weiterhin frech behauptet, die AKWs seien sicher, da sie sich im Erdbebenfall selbst abschalten würden. Dabei kam doch jetzt klar heraus; dass die drohende Kernschmelze nach der Abschaltung der Reaktorblöcke stattgefunden hat. Für wie dumm halten uns eigentlich Regierungspolitiker?

So hat die Reaktorkatastrophe in Fukushima allen in der Menschenkette deutlich gemacht, dass es nicht reicht, nur in Deutschland aktiv zu werden. Eine internationale Widerstandsfront ist das Gebot der Stunde.

Bei der Kundgebung spielte erwartungsgemäß die Frage der Abwahl der schwarz-gelben Landesregierung, die besonders massiv die Verlängerung der AKW-Laufzeiten vertreten hat, eine große Rolle. Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass es die Rot-Grüne Regierung war, die durch ihre langen Ausstiegszeiten die Tore für das Canceln der bereits festgelegten Ausstiegstermine durch die Merkel/Westerwelle-Regierung weit offen gelassen hatte. Dass das eine der ersten Amtshandlungen der schwarz-gelben Regierung war, erklärt sich aus den gewaltigen Profiten, die die zum Teil bereits zu 100 % abgeschriebenen Atomkraftwerke ihren Betreibern garantieren.
An der Katastrophe in Japan wird zum zweiten Mal ganz offensichtlich, dass diese Technologie nicht beherrschbar und schon gar nicht „wirtschaftlich“ ist, wenn man die äußerst brutalen Folgen einrechnet, die eine solche Katastrophe bedeutet. Ganz zu schweigen von den Entsorgungskosten des strahlenden Mülls, die die Energiekonzerne kaltschnäuzig den Steuerzahlern überlassen.

Unverständlicherweise wollten die Organisatoren der Menschenkette und Großdemonstration unseren Stand nicht zulassen mit der Begründung:
„leider muss ich Ihnen mitteilen, dass entschieden wurde nur Infostände, die sich konkret mit dem Thema Atomausstieg beschäftigen, zuzulassen.
Sicher ist es ein wichtiges Thema auch alternative Energie- und Ressourceneinsparungen bekannter zu machen, wir wollen aber dem Kontext der Veranstaltung treu bleiben und nur solche Stände vor Ort anbieten. Wir hätten sonst auch zu viele Anfragen. Bitte versuchen Sie es bei anderen Gelegenheiten.“

Wir akzeptierten das selbstverständlich nicht: Es kann nicht sein, dass kritische Stimmen gegenüber der bisherigen grünen Atompolitik auf diese Weise ausgeschaltet werden, gerade weil diese eigentlich sehr wichtige Aktion weitgehend von SPD und Grünen finanziert worden ist.

Auch wenn entsprechend unser Stand relativ klein war, interessierten sich doch viele für unsere Arbeit, was an 28 verkauften bzw. gegen Spende abgegebenen Zeitungen und vielen Gespräche ablesbar war. Unser Argument, dass die Natur keinen Müll kennt, sondern nur recycelbare Stoffe und der Mensch davon endlich lernen muss, leuchtet den meisten unmittelbar ein. Eine solche Wirtschaftsweise ist allerdings mit den kapitalistischen Profitinteressen nicht zu versöhnen, weshalb diese Wirtschaftsweise an den Pranger gestellt werden muss.

Das sofortige Abschalten aller AKWs weltweit auf Kosten der Betreiber muss deshalb durchgesetzt werden.

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