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Aufruf, beschlossen auf dem Initiatorentreffen am 18.01.2009 in Gelsenkirchen:
(Den Aufruf gibt es unter Downloads in mehreren Sprachen.)
Aufbruch zu einer international verbundenen, aktiven Umweltbewegung
Immer mehr Menschen engagieren sich weltweit für Klima-, Umweltschutz und Ökologie: Am Weltklimatag 2008 gab es Proteste in 64 Ländern. In Bangladesh verhinderte eine breite Bewegung den Ausverkauf der natürlichen Reichtümer und die Zerstörung des Bodens durch den Kohletagebergbau. In Neapel gibt es breiten Widerstand gegen das Treiben der Müllmafia. Der Widerstand gegen die Abholzung tropischer Wälder in Brasilien wächst. In Deutschland gibt es Proteste gegen Müllverbrennung und neue Kohlekraftwerke und eine sich belebende Antiatomkraft-Bewegung. Auch Konzernbelegschaften bringen sich zunehmend in den Kampf gegen die Umweltzerstörung ein und lehnen insbesondere ein Ausspielen von Arbeitsplätzen gegen Umweltschutz ab. Weltweit sind Bewegungen in unterschiedlichen Fragen des Umwelt-, Klimaschutzes und der Ökologie aktiv.
Ins Visier genommen wird zunehmend der Schwindel mit "grünen Verpackungen", dem "Greenwashing" internationaler Konzerne, wie Siemens, BP, E.o.n und Shell usw., die mit Millionen schweren Anzeigenkampagnen von ihrer Verantwortung für die Zerstörung des Weltklimas ablenken. Auch die EU und die deutsche Merkel-Regierung stellen sich gerne als Vorreiter beim Klimaschutz dar. Billionen von € sind weltweit vorhanden, wenn es um die Stabilisierung des Spekulations- und Bankengeschäftes geht, aber verbindliche Klimaschutzmaßnahmen, die gleichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen können, werden dagegen den Profitinteressen der industriellen Hauptverschmutzer untergeordnet. Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung ist das Scheitern der UN-Weltklimakonferenz in Poznan/Polen im Dezember 2008, wo lediglich 60 Millionen (0,00006 Billionen) € als "Ausgleichsfonds" für von der Klimakatastrophe betroffene Entwicklungsländer beschlossen wurden. Die Umweltbewegung darf nicht auf die Einsicht von Konzernen oder Regierungen warten. Sie muss einen unabhängigen Weg gehen.
Das wachsende Umweltbewusstsein und -engagement zahlloser Menschen rund um den Erdball hat viele Gründe:
Naturkatastrophen aufgrund der Klimaerwärmung richteten alleine im Jahr 2008 nach offiziellen Angaben 200 Milliarden € Schäden an, überwiegend in Entwicklungsländern. Über 80.000 Menschen starben im Mai 2008 durch den Zyklon Nargis in Myanmar. Klima- und Umweltzerstörung bedrohen das Leben von Milliarden Menschen, wenn nicht einschneidende Maßnahmen ergriffen werden. Freisetzung von Treibhausgasen und Klimaerwärmung, Wasserknappheit, Raubbau an Ressourcen, gigantische Müllberge, schleichende Vergiftung von Böden, Wasser und Luft sowie ein dramatisches Artensterben - der Umschlag in die globale Umweltkatastrophe hat bereits begonnen. Dabei sind die technischen Vorraussetzungen für eine Produktion in Einheit mit den menschlichen Lebensbedürfnissen und der Natur, durch erneuerbare Energien, effiziente Techniken, richtiges Verhalten und Kreislaufwirtschaft heute vorhanden.
Wir wollen mit dem Umweltratschlag den Meinungs- und Erfahrungsaustausch in der Umweltbewegung fördern und von den vielfältigen Erfahrungen der weltweiten Umweltbewegungen lernen. Wir suchen Antworten auf Fragen: Wie treten Menschen in Betrieben, Landwirtschaft, Universitäten, Schulen, Initiativen und Bewegungen aktiv für umweltschonende Produkte, Produktionsverfahren und erneuerbare Energien ein? Wie lassen sich Erfolge von Bürgerinitiativen gegen Müllverbrennung und neue Kohlekraftwerke erreichen? Wie wird in den Entwicklungsländern der Kampf gegen Ausplünderung und Umweltzerstörung durch Neokolonialismus geführt? Wie passen Umweltschutz und Arbeitsplätze zusammen? Welche neuen Techniken einer umweltschonenden Produktion gibt es? Welche Lehren lassen sich aus den Erfolgen und dem Scheitern früherer Umweltbewegungen ziehen? Wie können internationale Sofortmaßnahmen zur Rettung des Weltklimas und der Umwelt zügig durchgesetzt werden?
Wir wollen auf diesem überparteilichen Ratschlag gegenseitig voneinander lernen, Schwerpunkte bestehender Umweltgruppen kennen lernen und nach Wegen suchen, wie die inhaltliche und strukturelle Verbundenheit der aktiven und weltumspannenden Umweltbewegung gestärkt werden kann. Wir rufen alle interessierten Menschen und Organisationen dazu auf, sich an diesem Ratschlag zu beteiligen und sich einzubringen in das Programm, die Arbeitsgruppen und eine künftige Zusammenarbeit.
Erstunterzeichner:
Deutschland:
- Achim Kunze, Dortmund, Vertrauenskörperleiter Miebach SKG Dortmund
- Andreas Eifler, Truckenthal, Herbergsvater Ferienanlage Truckenthal
- Andreas Müller, Gelsenkirchen, IGM, Betriebsrat KM Widia Essen
- Andreas Tadysiak, Marl, Vertrauensmann IGBCE
- Anne Wilhelm, Gelsenkirchen, Koordinierungsgruppe Kämpferischer Frauenrat, Nationale Vorbereitungskonferenz für die Weltfrauenkonferenz in Venezuela 2011 (Deutschland)
- Barbara Gröger, Bochum, Vorstandsmitglied der Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz, Vorstandsmitglied Bürgersolar Castrop-Rauxel, Imkerin
- Bernd Mattern, Hamburg, Transnet-Vertrauensleutesprecher im ICE-Betriebswerk Hamburg-Eidelstedt, Eisenbahner
- Christa Besmer, Erfurt, Diplom-Lehrerin
- Christian Link, Gelsenkirchen, Bewegung Kumpel für AUF, IGBCE-Mitglied
- Dagmar Arnecke, Essen, Vorbereitungsgruppe Umweltratschlag
- Dieter Grünwald, Gelsenkirchen, Diplom-Psychologe
- Dietrich Keil, Essen, Ratsherr "Essen steht AUF"
- Dilek Toy, Esslingen, Gemeinderätin FÜR Esslingen
- Dr. Detlef Rohm, Mühltal, Dipl. Biologe
- Dr. Dieter Buss, Göttingen, Chemiker
- Dr. Heinz Preuß, Hameln, Ökologische Plattform bei der Linken
- Dr. med. Dieter Stein, Bad König/Odenwald, Naturfreunde-Mitglied, Ver.di-Mitglied
- Dr. med. Günther Bittel, Duisburg, Umweltpolitischer Sprecher der MLPD
- Dr. Rainer Gunkel, Suhl, Ehrenvorsitzender "Ein besseres Müllkonzept für Südwestthüringen e.V."
- Eckehard Osimitsch, Gelsenkirchen, IGBCE-Mitglied, Ersatzbetriebsrat bei Evonik-Goldschmidt, Essen
- Felix Staratschek, Radevormwald, Sprecher für Kryo-Recycling und Abfallwirtschaft der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP) Bergisches Land
- Frank Kuschel, Erfurt, MdL (DIE LINKE Thüringen), kommunalpolitischer Sprecher und Geschäftsführer des Kommunalpolitischen Forums Thüringen e.V.
- Friedhelm Meier, Düsseldorf, Pfarrer i.R.
- Gerd Buckler, Gelsenkirchen, Mitglied der IGBCE, Bewegung Kumpel für AUF
- Gerd Labatzki, Gelsenkirchen, Vorsitzender IGM Vertrauensleute Küppersbusch, Betriebsrat
- Gerhard Schweizerhof, Mülheim, Stadtverordneter des kommunalen Personenwahlbündnisses "WIR AUS Mülheim"
- Gernot Wolfer, Berlin, IG-Metall-Vertrauensmann; Naturfreunde-Mitglied
- Günter Besmer, Erfurt, Holzbootbauer
- Günter Röhrer, Hessdorf, Aktiver Vertreter des Müllvermeidungskonzepts
- Hans-Jürgen Fischer, Heringen, Bürgerinitiative für ein lebenswertes Werratal
- Hartmut Sternbeck, Mülheim/Ruhr, Kommunalwahlbündnis WIR aus Mülheim
- Heidi Schmidt, Kassel, Mitglied der GEW
- Heinrich Breuckmann, Castrop-Rauxel, 2. Vorsitzender der Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz, Fraktionsgeschäftsführer AUF Gelsenkirchen/Die Linke im Rat der Stadt Gelsenkirchen
- Helmut Bohn-Klein, Neunkirchen, Krankenpfleger im Städtischen Klinikum Neunkirchen, Betriebsrat, Naturfreunde-Mitglied, Mitglied im Landesvorstand Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen Ver.di Saar
- Herbert Schär, Zellingen Retzbach, Arzt
- Holger Schoenhof, Karlsruhe, Anlagenführer
- Horst Dotten, Essen, Metallfacharbeiter
- Ilka May, Eisenach, Vorstand vom EA - Eisenacher Aufbruch
- Jochen Schaaf, Stuttgart, Dipl. Ing. Architekt
- Jonas Norpoth, Klima AG Göttingen
- Jordanis Georgiou, Mülheim/Ruhr, IG-Vertrauenskörperleitung Presta Steertec
- Karin Puppel, Gelsenkirchen, people to people GmbH
- Klaus Reinhardt, Heringen, Bürgerinitiative für ein lebenswertes Werratal
- Klaus Thomas-Lindoso, Essen, HP (Psychotherapie) / Körpertherapeut (Bioenergetik, Trad. Thai Massage, Galileo-Vibrationstraining), Diplom-Sozialpädagoge
- Linda Weißgerber, Wuppertal, Bundesvorstand Frauenverband Courage
- Manfred Hinkelmann, Düsseldorf
- Marie Bauer, Gelsenkirchen, Jugendvertreterin BP-Gelsenkirchen
- Martina Stalleicken, Essen, Jugendverband REBELL
- Matthias Salomon, Schacht-Audorf, Geographie-Lehrer
- Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete AUF Gelsenkirchen, Fraktionsvorsitzende AUF/Die Linke
- Petra Hardt, Suhl, "Ein besseres Müllkonzept für Südwestthüringen e.V."
- Petra Müller, Gelsenkirchen, Vorsitzende Ver.di Bezirksfrauenrat Emscher-Lippe-Süd, Erzieherin
- Prof. Dr. Christian Hegelmaier, Stadthagen
- Prof. Dr. Christian Jooß, Göttingen, Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz
- Prof. Dr. Harry Rosin, Professor für medizin. Mikrobiologie, Virologie, Initiator des FCKW-freien Kühlschranks und der neuartigen Kryo-Recycling-Technologie
- Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake, Köln, Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.
- Prof. Dr. Josef Lutz, Chemnitz
- Prof. Dr. Rolf Bertram, Göttingen
- Regina Nebel, Göttingen, Naturfreunde Göttingen
- Reiner Aulenbacher, Saarbrücken, IGBCE-Mitglied, ehemaliger Betriebsrat, Bergarbeiter
- Roland Hoja, Wuppertal, Mitglied der GEW, Autor
- Thomas Roloff, Stuttgart, Umweltinitiative Stuttgart-Ost
- Till Scheller, Stuttgart, Feinstaub-Initiative Stuttgart-Neckartor
- Traude Heberle-Kik, Stuttgart, Koordinierungsgruppe Klima und Umweltbündnis Stuttgart - KUS
- Uschi Gerster, Essen, Ver.di Vertrauensleutesprecherin Uniklinikum Essen, Naturfreunde-Mitglied
- Ursula Deutgen, Rheinberg, arbeitslos
- Walter Grein, Mannheim, Sprecher des Kommunalwahlbündnisses "Mannheim-steht-AUF"
- Werner Niggemann, Hamburg, ehemaliger Eisenbahner, jetzt Rentner
- Wolfgang Baur, Stuttgart, IGM-Vertrauensmann
Argentinien:
- Juan-Carlos Alderete, Koordinador auf Landesebene Corriente Clasista Combativa - CCC
- Waldemar Fredy Mariano, Präsident der Wasserkooperative von La Matanza
Ecuador:
- Edgar Isch, Demokratische Volksbewegung von Ecuador, ehemaliger Umweltminister von Ecuador.
Peru:
- Jesús Véliz Ramos, Vorsitzender der Vereinigung der Umweltschützer, Canto Vivo, Lima
- Jorge Ubalde Acosta Sánchez, Musiker, Leiter des Kulturzentrums El Averno in Lima
- Abog. Guillermo Rejas Castillo, Professor der Peruanischen Andenuniversität von Huancayo, Juristische Fakultät und Politikwissenschaften, mit den Schwerpunkten auf Rechtsfragen im Agrar-, Bergbau- und Umweltbereich
- Adriel Vargas Caritas, Sekretär für internationale Beziehungen der Gewerkschaft der Bergleute von Shougang Hierro Perú S.A.A.
- Valentín Florez Gauter, Berater der Rondas Campesinas von La Libertad
Venezuela:
- Ing. Alexis Motta, Nationale Ökologische und Soziale Vereinigung, UNES, Venezuela, Beratung für Projektentwicklung
- José Mora "Siguaraya", Abgeordneter der Nationalversammlung der Bolivarischen Republik Venezuela, Mitglied der ständigen Kommission für allseitige gesellschaftliche Entwicklung
Kanada:
- Dr. Ursula Leslie, Victoria, Geologin/Ozeanographin, LLL (La Leche Liga), Hausfrau
USA:
- Mike Stout, Pittsburgh, Sänger und Liedermacher, Umweltaktivist, ehemaliger Stahlarbeiter
Grundsätze des Ratschlags
- Wir sind ein überparteiliches und vielfältiges Forum aller, die sich Sorgen um die Zukunft unserer Erde machen. Gleichberechtigt und demokratisch arbeiten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen der Umweltbewegung, Bürgerinitiativen, politischer Parteien, Wissenschaftler, Jugendliche, Produzenten fortschrittlicher Umwelttechnologien, Landwirte sowie aktive Menschen aus Arbeiterbewegung und sozialen Bewegungen zusammen und bringen gleichberechtigt ihre Standpunkte und Erfahrungen ein.
- Es gilt der Grundsatz der weltanschaulichen Offenheit.
- Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin hat das Recht, sich mit seinen Ideen und Meinungen einzubringen und ist aufgerufen, sich entsprechend seinen Möglichkeiten an der Gesamtverantwortung für den Umweltratschlag zu beteiligen.
- Wir entwickeln eine demokratische Streitkultur zur Klärung von Meinungsverschiedenheiten. Beschlüsse und Resolutionen werden demokratisch erörtert und möglichst einvernehmlich gefasst und publiziert. Alle Versammlungen fassen ihre wesentlichen Ergebnisse und Standpunkte zusammen, ggf. einschließlich konträrer Positionen und Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten.
- Der Ratschlag steht auf der Grundlage internationaler Solidarität und Zusammenarbeit. Faschistische, rassistische und fanatisch-religiöse Bestrebungen sind ausgeschlossen.
- Der Umweltratschlag ist finanziell unabhängig und finanziert sich selbstständig.
- Auf dem Ratschlag wird ggf. eine Koordinierungsgruppe gewählt, die einen nächsten Ratschlag organisiert.
- Der Umweltmarkt ist ein Bestandteil des 1. Ratschlags
Grobablauf
Samstag 27.06.2009
9:30 - 22:00 Uhr - Umweltmarkt
11:00 - 13:00 Uhr Plenum mit Begrüßung, Kurzstatements beteiligter Organisationen und Vorstellung internationaler Gäste.
14:30 - 16:00 Uhr
16:30 - 18:00 Uhr
Workshops und Foren
Wir rufen dazu auf, zur ganzen Bandbreite der verschiedenen Themen des Umwelt- und Klimaschutzes, der Durchsetzung von Technologien der Kreislaufwirtschaft, zur Umweltarbeit in den Betrieben, der Jugend, Formen des Widerstands, internationale Berichte, Perspektiven der Umweltbewegung, etc. Angebote für Workshops, Informationsveranstaltung und Foren zu entwickeln.
19:30 Uhr Internationale Abendveranstaltung mit Bildberichten und Fest. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an der Nacht der Industriekultur "Extraschicht"
Sonntag 28.06.2009
9:30 - 14:00 Uhr - Umweltmarkt
9:30 - 11:00 Uhr Berichte aus den Workshops und Foren im Plenum
11:30 - 13:30 Diskussion über Perspektiven der internationalen Umweltbewegung und der Zusammenarbeit - Vorschläge: Aufbau eines internationalen Newsletters/ Homepage. Beratung der praktischen Zusammenarbeit zu zukünftigen Weltklimatagen und für eine internationale Demonstration im Dezember 2009 in Kopenhagen. Ggf. Wahl des Koordinationskreises für den nächsten Ratschlag, ggf. Abschlusserklärung [ Zurück ]
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