Auswertung des regionalen Umwelt-Treffens am 3. Juli in Truckenthal PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 19:11 Uhr

1. Am regionalen Umwelttreffen beteiligten sich 21 Kolleginnen und Kollegen. Vertreten waren folgenden Initiativen und Organisationen:

  • Bürgerbewegung für Kyro aus Erfurt, München und Truckenthal
  • Bürger gegen Müllverbrennung aus Erfurt
  • Bürgerini Gendreck weg aus Hildburghausen
  • Eisenacher Aufbruch – Kommunalwahlbündnis
  • AUF Witten
  • MLPD Stadträtin aus Bitterfeld/Wolfen
  • MLPD Vertreter aus Leipzig und Suhl
  • Montagsdemo München
  • Privatpersonen aus Leipzig und München

2. Mit dem Power-Point-Vortrag von Christian Jooß hielt Andreas den Einleitungsbeitrag „Kreislaufwirtschaft und naturinspirierte Technik – Antworten auf die drohende Umweltkatastrophe“

Der Vortrag schloß mit der Werbung für die Mitgliedschaft in der Bürgerbewegung und für die Unterstützung des Aufbaus einer weltweiten Widerstandsbewegung zur Rettung der Umwelt wie für die enge gegenseitige solidarische Unterstützung der verschiedensten Kräfte der Umweltbewegung. Nach einer lebendigen Diskussion beschlossen wir einvernehmlich den Tagesablauf zu verändern. Der Vortrag von Frank Schellhorn zur Frage der Gentechnik wurde vorgezogen und die Einheit zur Energieversorgung jenseits von Atom und Kohle gestrichen, um ausreichend Raum für die Beratung der Schlußfolgerungen in der letzten Einheit zu gewinnen. So kamen auch die Fußballfans in den Genuß des Viertelfinalspiels Deutschland – Argentinien.

3. Vortrag Frank Schellhorn „Artenvielfalt und biologische Landwirtschaft contra Gendreck und Welthunger“

In einem lebendigen Beitrag schildert der Referent die sprunghafte Ausbreitung gen- manipulierter Pflanzen und dessen Folgen und prangert die Methode der internationalen Monopole an:

  • sind gentechnisch manipulierte Pflanzen erst einmal ausgebracht, verbreiten diese sich in einem atemberaubenden Tempo, ist eine Auskreuzung mit wildwachsenden, natürlichen Pflanzen nicht mehr zu verhindern
  • mit der Zerstörung von „Gen-Anpflanzungen“ nehmen die Feldbefreier Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch deshalb bewusst in Kauf. Das ist uns die Sache wert!
  • 80 % aller Raps-/Mais-Sorten in den USA und Kanada sind unterdessen gentechnisch verändert (ob gewollt oder ungewollt)
  • Mexiko kennt 500 Wildmais-Sorten, hat ein striktes Verbot aller Genpflanzen erlassen-und doch findet sich in den Bergen auf 4000 m Höhe Genmais
  • gentechnisch veränderte Pflanzen entwickeln sich völlig unkontrolliert, machen was sie wollen,entwickeln neue Gene -kurz keiner weiß was daraus entsteht
  • die Thüringer Landesregierung befürwortet grundsätzlich die Gentechnik – nur nicht auf den landeseigenen Flächen (die gerade mal 0,...% ausmachen)
  • das Märchen mittels der Gentechnik den Welthunger besiegen zu wollen, wird mittlerweile gar nicht mehr als Argument eingebracht
  • tatsächlich geht es mit der Gentechnik um die Beherrschung der Weltmarktes- Monsanto plant bis 2020 den kompletten Markt mit genmanipulierten Pflanzen zu beherrschen.Dafür schrecken sie auch vor keinem Verbrechen zurück. In den USA gibt es ein eigenes Monsanto-Gesetz, eine eigene Monsanto-Polizei. Diese kontrolliert die Felder der Farmer und Bauern. Wird nur minimalster Anteil an Genmais in „fremden“ Feldern gefunden, hat Monsanto das Recht, die gesamte Ernte zu beschlagnahmen. Mit dem Pflanzenschutzmittel round up verwendet Monsanto agent orange unter neuem Namen.
  • die Landwirtschaftsstruktur in Ostdeutschland entwickelt sich zunehmend zu neuen Großgrundbesitzern (auf alle Fälle im Landkreis Hildburghausen). Betriebsgrößen mit 7000 ha prägen zunehmend das Bild. Der Einigungsvertrag fördert das ausdrücklich- in dem den Agrargenossenschaften Vorkaufsrechte eingeräumt werden.
  • der Bauernverband (Sonnleitner und Klimm in Thüringen) tragen die kriminellen Machen-schaften mit. Für die Gewinnmaximierung der Großagrarier fordern sie die Aufhebung der Verunreinigungsgrenze bei Lebensmitteln von 0,9 %.

Die anschließende Diskussion zog den Bogen, dass nach der Monopolisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft, diese gleichfalls im Griff der Neuorganisierung der internationalen Produktion ist. In allen Feldern des Umwelt/Klimaschutzes sind es jeweils international herrschende Konzerne und ihre Regierungen (als deren Dienstleister) – die den Interessen der Umweltaktivisten etc. weltweit gegenüber stehen Die Gesellschaftskritik muss deshalb auch wesentlicher Bestandteil der weltweiten Umweltbewegung sein.

4. Schlussplenum

Einleitend zitierte Andreas aus der Schrift „Dialektik der Natur“ von Friedrich Engels: „Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar Folgen auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben...........Und so werden wir mit jedem Schritt daran erinnert, daß wir keineswegs die Natur beherrschen, wie ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht, wie jemand, der außer der Natur steht – sondern daß wir mit Fleisch und Blut und Hirn ihr angehören und mitten in ihr stehen, und daß unsere ganze Herrschaft über sie darin besteht, im Vorzug vor allen anderen Geschöpfen ihere Gesetze erkennen und richtig anwenden zu können.“

Zusammenfassung der Erkenntnisse

  • Der gemeinsame Gegner der Umweltbewegungen sind die internationalen Monopole und deren Staaten als ihre Dienstleister
  • Wir brauchen die Zusammenarbeit der verschiedensten Kräfte der Umweltbewegung auf allen Feldern, wo wir übereinstimmen
  • Wir brauchen das gegenseitige Vertrauen, die gegenseitige Unterstützung bei den verschiedenen Protesten, wir brauchen den solidarischen Umgang miteinander
  • wir brauchen Opferbereitschaft und Disziplin im gemeinsamen Kampf
  • Appelle in die Einsicht der Monopole und Regierungen führen nur in die Sackgasse. Wir müssen uns auf härtere Kampfformen einstellen, wie sie bereits in der Feldbefreiung zum Ausdruck kommen
  • weltweit müssen gemeinsame Kampagnen etc. entwickelt werden, wo alle an einem Strang ziehen
  • ein weltweiter Dachverband ist sinnvoll und notwendig- er fällt natürlich nicht vom Himmel. Er braucht ein gemeinsame Plattform, Grundsätze, Prinzipien.
  • die Basis der gesamten Umweltbewegung muss um ein vielfaches erweitert werden. Wir brauchen neue Kräfte, brauchen eine Öffentlichkeitsarbeit mit der wir immer mehr Menschen und insbesondere die Jugend erreichen.

Zusammenfassung der Beschlüsse / Vorhaben:

1. Mit regelmäßigen vierteljährlichen regionalen Umwelttreffen / Workshops wollen wir unsere Zusammenarbeit/ Erfahrungsaustausch intensivieren.
Die regelmäßigen Treffen dienen der Vorstellung der Aktivitäten der einzelnen Initiativen / Gruppen, der Beratung und Beschlußfassung gemeinsamer Aktivitäten wie der gegenseitigen Unterstützung.
Das nächste Treffen findet am 25. September 2010 ab 9.oo Uhr in der Ferienanlage Truckenthal statt. Neben der Vorstellung der Arbeit der Initiativen steht dann die Vorbereitung der Erstellung einer gemeinsamen Broschüre auf der Tagesordnung.

2. Wir fassen die gemeinsame Vorbereitung / Teilnahme am 2. internationalen Umweltratschlag 2011 im Ruhrgebiet ins Auge
Der weitere organisierte Aufbau der Bürgerbewegung, die Gründung einer Regionalgruppe mit regelmäßigen (möglichst monatlichen Treffen) wurde vorgeschlagen. Hier meldeten sich aber keine Kräfte, so dass eine Beschlussfassung nicht möglich war. Die Gewinnung neuer Mitglieder ist das A und O für den organisierten Aufbau unserer Bürgerbewegung.
7 Mitgliedshefte und 1 Broschüre zur Umwelttagung in Halle wurden verkauft

[ Zurück ]