Bericht aus Ecuador PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Anna Bartholomé   
Donnerstag, den 26. August 2004 um 13:50 Uhr

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf Einladung der PCMLE und der Frauenorganisation Confemec habe ich im Juli 2004 eine dreieinhalbwöchige Ecuador-Reise gemacht. Dabei hatten wir auch verschiedene interessante Gespräche zum Kryorecycling-Verfahren.

So waren wir einige Tage in der Provinz Esmeraldas zu Gast an der nördlichen Pazifikküste Ecuadors. In der gut 200 000 Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Esmeraldas ist seit drei Jahren - erstmals in der Geschichte dieser vorwiegend von Afro-Ecuadorianern bewohnten Provinz - ein Afro-Ecuadorianer und Erdölarbeiter mit revolutionärer Einstellung Bürgermeister. Eines der dringensten Probleme der kommunalen Arbeit ist dabei das Müllproblem. 200 0000 Tonnen Müll wurden von der neuen Stadtverwaltung aus den Straßen der Stadt eingesammelt und deponiert. Nun hat eine us-amerikanische Nichtregierugsorganisation (genaueres konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen) ihnen die Projektion eines Müll-Heizkraftwerks vorgeschlagen und die ersten Planungen dafür laufen bereits. Die Kapazität ist so ausgelegt, dass Müll importiert werden müsste. Die Betroffenen haltend das für einen Fortschritt gegenüber der Deponierung. Sie waren aber aufgeschlossen gegenüber unserer Kritik an der Müllverbrennung und sehr interessiert am Kryorecycling-Verfahren.

Über das gleiche Thema sprachen wir auch mit Edgar Isch, der als Vertreter der MDP für einige Monate Umweltminister in Ecuador war und zurücktrat, als sich die Guiterrez-Regierung immer offener den IWF-Diktaten unterwarf. Auch er äußerte lebhaftes Interesse.

Weiterhin sprachen wir mit Vertretern aus Peru, darunter dem Rechtsanwalt Jorge Monzón Pesantes, der dort u.a. in der Umweltbewegung aktiv ist.

Es gibt hier womöglich Kräfte, die die beispielsweise den Bau einer Pilotanlage in ihren Ländern politisch erkämpfen könnten!

Deshalb denke ich, dass das für den Verein interessant sein könnte.

Allerdings müsste dazu das Material auf Spanisch - zumindest aber auf Englisch zugänglich sein.

Einen Materialaustausch und eventuelle Gesprächvermittlungen kann ich gerne übernehmen.

Mit freundschaftlichen Grüßen!

Anna Bartholomé

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