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| Energiemonopole - Achtung Lebensgefahr! |
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| Geschrieben von: Dr. med. Günther Bittel |
| Freitag, den 11. August 2006 um 14:15 Uhr |
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Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark (Betreiber Vattenfall) kam es am 3.8.06 zu einem schweren Störfall, der fast zu einer Kernschmelze und damit zum befürchteten Atom-GAU á la Tschernobyl geführt hätte. Von den 4 Notstrom-Aggregaten (Hersteller AEG) sprangen nur 2 an, aufgrund des Stromausfalles versagten auch die Überwachungsarmaturen, so dass die Bedienungs-Mannschaft ca. 2 Stunden in einer äußerst kritischen Situation den Reaktor "blind" herunterfahren musste. Vorsorglich wurden in Schweden deshalb mehrere andere der insgesamt 10 AKWs abgeschaltet und Untersuchungen eingeleitet. Für seine beiden deutschen AKWs (Brunsbüttel und Krümel) sieht Vattenfall "keinen Handlungsbedarf". In den letzten Wochen mussten mehrere deutsche AKWs wegen der Aufheizung der Flüsse und Kühlwasserproblemen gedrosselt werden. Im lothringischen Bure trafen sich europaweit Tausende von Atomkraftgegnern am 29./30.7.06 zu einem Widerstands-Festival gegen die dort geplante "Endlagerstätte" für hochradioaktiven Abfall, die bereits unter abenteuerlichen Umständen von der Betreibergesellschaft "erkundet" wird. Trotz der großen Gefahren, die von solch einer Endlagerstätte ausgehen, soll dieses fehlende Glied der Atomindustrie jetzt wohl mit der Brechstange durchgesetzt werden. Nicht nur in Schweden und Deutschland, wo die Regierungen gerade die Rücknahme des "Atomausstiegs", der eh kein echter war, vorbereiten, sorgen diese Ereignisse für eine intensive Debatte um die Zukunft der Energieversorgung. Mitte Juli hatte der G8-Gipfel in Petersburg erneut die Lüge vom Beitrag der Atomkraftwerke gegen die Klimakatastrophe aufgetischt und als "Energie-Gipfel" der führenden Imperialisten deren Herrschaftsansprüche und Festlegung auf das Öl- und Atomgeschäft bekräftigt. Nicht zuletzt deshalb werden momentan der barbarische Aggressionskrieg gegen den Libanon und der "kalte Krieg" gegen den Iran geführt. Beim Bau von Atomkraftwerken und der Herstellung der Brennstäbe werden immense Energiemengen verbraucht, und es wird soviel CO2 freigesetzt wie bei einem Kohlekraftwerk modernster Bauart. Für die Jahrtausende dauernde notwendige Kühlung und Lagerung der Nuklearabfälle geht pro Atomkraftwerk genauso viel Energie drauf, wie es zu seinen Produktionszeiten liefert - also von der Weltenergiebilanz her betrachtet eines der unsinnigsten Verfahren überhaupt, und das bei immensen Gefahren und Gesundheitsschäden bereits im "Normalbetrieb". Der deutliche Anstieg von Krebserkrankungen und anderen chronischen Gesundheitsschäden im Umkreis von Atomkraftwerken war am 12.7.06 Gegenstand einer Pressekonferenz des Grünen Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell mit dem renommierten Atomexperten Professor Dr. Ernest J. Sternglas, der dort seine neue Studie "Die Vergangenheit und Zukunft von Atomenergie" vorstellte. Setzt man dagegen die Kreislaufwirtschaft total mit Kryo-Recycling und regenerativer Energie, dann hätten wir hier wirklich ein System der Energie- und Abfallwirtschaft, welches Ressourcen schont, auch den immensen Energieaufwand bei der Neusynthese von Kunststoffen vermeidet und wirklich dazu beiträgt, die CO2-Emissionen wieder auf das natürliche Niveau herunterzufahren. Angesichts dieser Tatsachen packt mich die kalte Wut auf die Energiemonopole und ihre politischen Vasallen in Regierungen, Behörden und internationalen Institutionen. Wir müssen unsere Anstrengungen für die Durchsetzung der Kreislaufwirtschaft total und den Aufbau einer internationalen Umweltbewegung intensivieren. Das Problem ist hier nicht die angeblich fehlende Bereitschaft der Menschen, an ihrem Umweltverhalten etwas zu ändern, wie Anne Will in den Tagesthemen am 3.8.06 herumspöttelte, sondern die menschenverachtende Umweltpolitik der Herrschenden und die Medienmanipulation! Herzliche Grüße aus Duisburg Dr. med. Günther Bittel |





