Die Mülltonne - Fass ohne Boden? - WAZ Duisburg vom 01.09.2007 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dr. med. Günther Bittel   
Sonntag, den 02. September 2007 um 14:17 Uhr

In der WAZ veröffentlichter Leserbrief

Der WAZ-Artikel packt zu Recht ein heißes Eisen an, aber - wie ich meine - noch unter Ausblendung wichtiger Fakten. Skandale um die Müll-Maffia und die Prozesse des Herrn Trinekens sind noch nicht vergessen. 2006 musste eine von der Landesregierung eingesetzte "Task force" feststellen, dass keine einzige Müllverbrennungsanlage in NRW ohne Korruption gebaut wurde. Die Müllverbrennungsanlagen als Milliarden-Geschäft für Konzerne und Zubrot für geschmierte Politiker wurden in einer unsinnigen Überkapazität gebaut, suchen jetzt ihre Auslastung durch Müll zu erreichen, der von Süditalien und anderen Teilen Europas über Tausende von Kilometern herangekarrt wird - welch ein Wahnsinn! Das sind die wahren Kosten für den Bürger, welche die Müllgebühren so hoch getrieben haben.

Nicht erwähnt wird im Artikel leider, dass die Müllverbrennung weltweit ebenfalls einen erheblichen Anteil am CO2-Problem hat: eine Tonne verbrannten Müll erzeugt 1 Tonne CO2 - nicht filterbar! Die erhebliche Schadstoffbelastung durch Dioxine, KWs, Schwermetalle lässt sich auch nicht durch die geschilderten "Modernisierungen" aus der Welt schaffen: beim Subunternehmer werden dann die Filter wieder mit Wasserdampf "regeneriert", sprich das ganze Gift wieder rausgedrückt, ein erheblicher Anteil entweicht auch noch heute trotz moderner Filtertechnik aus den Anlagen.

Brauchen wir überhaupt Müllverbrennung? Dazu kann man nur ein entschiedenes Nein sagen: mit Kreislaufwirtschaft total und der vom Erfinder des FCKW-freien Kühlschranks Professor Rosin entwickelten Tiefkältebehandlung des Mülls (Kryo-Recycling) könnten wertvolle Rohstoffe recycelt werden, die uns bald fehlen, Umwelt und menschliche Gesundheit geschont werden und die Entsorgungsgebühren für den Bürger auf ein Minimum gesenkt werden, da die Recyclate als wertvolle Rohstoffe ja wieder gewinnbringend verkauft werden können, anstatt als unkontrollierbare Umweltgifte in der Umwelt und in uns herumzuspuken.

Der eigentliche Müllskandal ist deswegen heute, dass dieses Verfahren nicht eingeführt wird und immer noch der Müllverbrennungswahn das ganze Entsorgungskonzept regiert! Genauere Informationen findet man unter www.total-recycling.org.

Dr. med. Günther Bittel

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